PRTR

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Deutsches Schadstoffregister PRTR freigeschaltet

Am 3.6.2009 wurde in Berlin vom parlamentarischen Staatssekretär im Umweltministerium, Dr. Michael Müller, das elektronische Schadstoffregister PRTR (http://www.prtr.bund.de) freigeschaltet. "Das neue PRTR-Portal wird einen bedeutenden Beitrag zu mehr Transparenz bei Umweltinformationen für die Öffentlichkeit schaffen. Nie war der Blick hinter die Werkstore bequemer", so Müller bei der Vorstellung des Systems.

Inhalte des Schadstoffregisters

Das kartenbasierte Portal gibt deutschlandweit Auskunft über die Schadstoffmengen, die von meldepflichtigen Betrieben in Luft, Wasser und Boden abgegeben werden. Die Anwendung ermöglicht damit den Zugang der Öffentlichkeit zu Umweltinformationen, die bislang nur schwer oder überhaupt nicht erhältlich waren.

Die vom Umweltbundesamt betriebene Seite bietet Nutzern die Möglichkeit, über Suchfunktionen gezielt bestimmte Regionen oder Betriebe anzuzeigen. Die Datenbank im Hintergrund gibt zum Beispiel Auskunft darüber, welche und wie viele Schadstoffe ein benachbarter Industriebetrieb ausstößt, wie viele Schwermetalle in bestimmten Gewässern enthalten sind, oder welche Abfallmengen entsorgt bzw. gelagert wurden. Insgesamt sind über 90 verschiedene Stoffe bzw. Abfallmaterialien erfasst.

Pollutant Release and Transfer Registry des Umweltbundesamtes der Bundesregierung

Quelle: PRTR, Umweltbundesamt

Die Abkürzung PRTR steht für Pollutant Release and Transfer Register. Auf Grundlage der Europäischen PRTR-Verordnung und deren Umsetzung in deutsches Recht werden die entsprechenden Daten gesammelt und auf der Webseite veröffentlicht. Laut PRTR-Verordnung sind in Deutschland derzeit ca. 4.000 Betriebe verpflichtet, ihre Daten zu Emissionen bzw. Abfallmengen anzugeben. Dies sind z. B. Industriebetriebe, Kraftwerke, chemische Industrieanlagen, Intensivtierhaltungen oder größere Kläranlagen.

Server-Architektur

Die Portalanwendung wurde von der Bonner WhereGroup unter Leitung von Arnulf Christl, in enger Zusammenarbeit mit der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE), Zentrale Informationsdienste (GR42, Ref. 422) und der Risa Sicherheitsanalysen GmbH, Berlin konzipiert und erstellt. Das Portal basiert vollständig auf Open Source Software und wird in einem virtualisierten, skalierbaren Cluster betrieben. Dadurch ist das gesamte System beliebig skalierbar, um hohe Leistungs- und Verfügbarkeitsansprüche zu bedienen. In nachfrageschwachen Zeiten können die Ressourcen anderweitig genutzt oder abgeschaltet werden, um eine möglichst emissionsarme Bereitstellung der Daten zu erzielen, wie es von einer Behörde mit Umweltschwerpunkt erwartet werden kann.

Software und Standards

Die Datenhaltung erfolgt in PostgreSQL Datenbanken mit PostGIS Erweiterung, die Kartendienste werden über UMN MapServer bereitgestellt, das Geoportal wurde mit der Software Mapbender implementiert. Die Verwendung der qualitätsgesicherten Open Source Software aus dem Hause OSGeo gewährleistet die Nachhaltigkeit der Investitionen.

Die Webseiten können durch den Einsatz des CMS Typo3 redaktionell online gepflegt werden. Die Verbindung von Mapbender und Typo3 ermöglicht eine Mischung aus barrierearmen Webseiten, wie sie für Webseiten der öffentlichen Verwaltung verpflichtend gefordert sind, und hohem Bedienkomfort der Kartenanwendung durch Nutzung von JavaScript und Ajax. Das Geoportal wurde nach den einschlägigen Geo-Standards von ISO und OGC ausgerichtet und ist damit auch bestens für das kommende europäische INSPIRE-Netzwerk vorbereitet.

Hintergrundkarten und e-Government

Zum ersten Mal hat beim PRTR-Portal eine Bundesbehörde ein Kartenwerk auf Basis der frei verfügbaren Daten des Projektes OpenStreetMap erstellt. Mit dem Einsatz des freien Kartenmaterials soll der Community Charakter des PRTR unterstrichen werden. Der Beauftrage der Bundesregierung für Informationstechnik und Staatssekretär im Bundesministerium des Innern, Dr. Hans-Bernhard Beus, lobte das System als eines der erfolgreichsten e-Government Projekte im Handlungsfeld Prozessketten. Die Bundesregierung hat das elektronische PRTR als Leuchtturm-Projekt in den Umsetzungsplan e-Government 2.0 aufgenommen. Am Beispiel des PRTR soll gezeigt werden, wie durch die Optimierung von Prozessketten ein Beitrag zum Bürokratieabbau geleistet werden kann.

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